2. November 2018

SSB-Vorstand wiedergewählt

Bericht: Martin Münzberger (Wilhelmshavener Zeitung)

Bild: Uwe Reese

Der gesamte Vorstand des Stadtsportbundes wurde wiedergewählt. Für Übungsleiter ist das Ausfüllen von Stundenzetteln entfallen.

Allzu groß war das Interesse der 72 Mitgliedsvereine im Stadtsportbund Wilhelmshaven an „ihrem“ Stadtsporttag nicht. 77 von 195 möglichen Delegierten aus Vereinen, Fachverbänden und dem SSB-Vorstand hatten sich im Gorch-Fock-Haus eingefunden – und demonstrierten Einmütigkeit: bei der Wiederwahl des Vorstandes um Klaus-Dieter Schulz und Formalien wie der Anpassung der Satzung auf Grund neuer Datenschutz-Bestimmungen. Die größte Sprengkraft des Abends lag in einem Grußwort von Michael Koop (Lingen), Vorsitzender des Kreissportbundes Emsland. Allerdings hätten die Zuhörer schon sehr stark zwischen den Zeilen seines Manuskripts stöbern müssen, um die „Palastrevolution“ herauszuhören, die sich auf dem Landessporttag am 17. November in Osnabrück abspielen könnte. Denn wegen der Unzufriedenheit mit dem Dachverband von 47 Sportbünden bzw. 18 Sportregionen mit seinen 9700 Vereinen und 2,7 Millionen Mitgliedern wollen die „Revoluzzer“ hinter Präsident Wolf-Rüdiger Umbach eigene Kandidaten als Vizepräsidenten durchdrücken.

Tatsächlich sprach Koop, der das freundschaftliche Verhältnis der Sportbünde untereinander lobte, auf seiner „Promotion-Tour“ allerdings über erste Erfolge der Basis: Bürokratie-Abbau durch den Wegfall von Stundenzetteln für Übungsleiter („Das spart 250 000 Verwaltungsakte“), die geplante Anrechenbarkeit von Eigenleistungen bei Zuschüssen für Investitions-Vorhaben und eine künftige Dynamisierung der Zuwendungen durch den Landessportbund. Koop: „Eine Aufstockung der Mittel ist für die Sportbünde nötig.“

Auf seine ersten zwei Jahre als Stadtsportbund-Vorsitzender blickte der ehemalige Polizeidirektor Klaus-Dieter Schulz zurück, der 2016 nach der zehnjährigen Amtszeit von Nils Böhme an die Spitze gewählt worden war. Übergreifend stellte Schulz eingangs fest: „Als Vorsitzender hat man genügend um die Ohren. Aber ich habe viele tolle Leute kennengelernt. Und jetzt hoffe ich, dass ich zwei weitere Jahre euren Ansprüchen gerecht werde.“

Des weiteren warb Schulz darum, dass die Vereine „hauseigene“ Beratungsangebote – wie durch Sportreferenten Wiebke Hartmanns – nutzen, um sich für die Zukunft eventuell besser aufstellen zu können. Unter dem Motto „Gas geben“ verwies der SSB-Vorsitzende auf Veranstaltungen wie den „Sporttag für Kides“, die Vereins-Gutscheine für Erstklässler sowie erste Gespräche mit der Marine vor Ort, um auswärtige Soldaten und das Sportangebot der Vereine besser zusammenzubringen. Als noch ausbaufähig nannte Schulz eine mögliche Zusammenarbeit mit der Volkshochschule.

Auf einen „Vollgasmodus“ setzte eingangs auch Oberbürgermeister Andreas Wagner in einem Grußwort mit Blick auf das Stadtjubiläum im kommenden Jahr und den „Tag der Niedersachsen“, der vom 14. bis 16. Juni 2019 in Wilhelmshaven gefeiert wird.

Die Delegierten rief Wagner dazu auf, Werbung zu machen für die Arbeit der Vereine, die durch Ganztagsschulen oder das veränderte Freizeitverhalten stark unter Druck geraten sind – ein Einsatz, der sich lohnt, so Wagner: „Vereine sind nach wie vor die wichtigste Einrichtung des gesellschaftlichen Lebens.“