19. Mai 2019

In 90 Tagen zur DM

Am kommenden Wochenende werden die beiden Sportakrobaten des TSR Olympia, Mira Spieß und Lina Carow, bei den Deutschen Meisterschaften der Schüler in Hoyerswerda neben weiteren 26 Damenpaaren an den Start gehen. Eigentlich konnte man zu Beginn dieses Jahres nicht damit rechnen, dass die beiden 12- und 10-Jährigen Akrobatinnen in dieser Konstellation am Samstag zusammen turnen werden.

Die eigentlichen Planungen gingen in eine ganz andere Richtung: Mira Spieß sollte als Obermann innerhalb einer Damengruppe durchstarten und Lina Carow stand als Bundeskaderathletin mit ihrer damaligen Partnerin kurz vor der Nominierung für die Europameisterschaften Ende des Jahres in Israel. Aber es kam für beide Obermänner alles anders als geplant. Aus persönlichen Gründen sowie Verletzungen brachen zeitgleich die Partnerinnen der beiden Sportakrobatinnen weg und beide standen plötzlich vor einer ungewissen Zukunft. Wird man jetzt noch bei Landes-, Nordwestdeutschen- sowie Deutschen Meisterschaften u.a. in Wilhelmshaven an den Start gehen können? Gibt es noch eine sportliche Karriere? Gedanken, die nicht nur die beiden jungen Mädchen ins Grübeln brachten. Doch nach einigen Tagen war in Trainerin Silke Spieß die Idee geboren, aus zwei talentierten Obermännern ein Schüler-Damenpaar mit Perspektive zusammen zu setzen. Mira wurde kurzerhand zu einem Untermann „umfunktioniert“ und Lina wurde als Obermann oben drauf gesetzt.

Enorme Willenskraft, Fleiß und Ehrgeiz führten dazu, dass die beiden jungen Sportakrobatinnen es tatsächlich schafften, sich innerhalb kürzester Zeit einen derartigen Leistungsstandard zu erarbeiten, der es ihnen ermöglichte, sich für die Landes-, Nordwest-Deutschen und die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren. 

„Die Beiden sind einfach unglaublich. Mit ihren jungen Jahren eine derartige Situation so zu meistern und gestärkt daraus hervorzugehen, gelingt nicht jedem. Und wenn man dann noch die Freude in ihren Gesichtern sieht, wenn sie ihre Übungen turnen, kann man einfach nur stolz auf sie sein.“ so Silke Spieß weiter.

Bericht: Timo Spieß