NordseeMan-Sieger mit großem Abstand im Ziel

Bericht: Martin Münzberger (Wilhelmshavener Zeitung)

Mit großem Abstand zu den Verfolgern liefen beim 19. NordseeMan-Triathlon des TSR Olympia die Sieger auf der Mitteldistanz ins Ziel. Der Warendorfer Sascha Thiel lag nach 4:04:01 Stunden mehr als elf Minuten vor dem Zweiten. Frauensiegerin Melani Altenbeck-Zorn (Leonberg) ließ in 4:39:46 Stunden Vorjahressiegerin Kerstin Stösser (Rostock) um mehr als 13 Minuten hinter sich. Für das zweitägige Triathlon-Event in Wilhelmshaven hatten sich knapp 1100 Aktive angemeldet. Der Triathlon besteht aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. Die Laufstrecke führte unter anderem am Südstrand entlang bis zum Wendepunkt am Banter Fischerdorf. 

Die Sieger der Mitteldistanz bei den Männern und Frauen liefen beim 19. NordseeMan des TSR Olympia einsame Rennen. Und es gab noch eine Parallele: Die 1,9 km im Wasser, 90 km auf dem Rad und der abschließende Halbmarathon in Wilhelmshaven waren für Sascha Thiel (Warendorf) und Melanie Altenbeck-Zorn (Leonberg) gleichzeitig eine Formüberprüfung für den Start im Oktober beim Ironman auf Hawaii.

Der Männersieger hatte von seinem Coach ein klares Credo mit auf den Weg bekommen. „Ich sollte Spaß haben, hat er gesagt“, fasste Thiel die Vorgabe zusammen. Vielleicht auch deshalb, weil die ersehnte Hawaii-Qualifikation in Hamburg nur bedingt mit Spaß zu tun hatte, Thiel hatte auf der Radstrecke einen Platten und verlor zehn Minuten. Der Hawaii-Slot war dann als Vierter der AK 30 eine Zitterpartie.

Start-Ziel-Sieg bei den Männern

In Wilhelmshaven legte der IT-Systemadministrator nach einer Hochmeldung von der Olympischen Distanz einen Start-Ziel-Sieg hin. Die 26 Minuten im Großen Hafen sorgten gleich beim Schwimmen für einen fast vierminütigen Abstand zum späteren Zweiten. Da Thiel vom Schwimmen zum Triathlon gekommen ist, war das allerdings keine allzu große Überraschung.

Auf der Laufstrecke kassierte der NordseeMan 2026 dann auch noch einen Staffelstarter ein und lief sowohl als schnellster Einzelstarter (4:04:01 Stunden) als auch schneller als die beste Staffel (4:07:37) über die Ziellinie. An den Streckenrekord aus dem Vorjahr von Jesse HInrichs (Oldenburg) in 3:43:00 Stunden kam der Sieger, der mit einer Ironman-Bestzeit von 8:37 Stunden nach Hawaii aufbricht, allerdings nicht heran.

Frauen-Siegerin Melanie Altenbeck-Zorn kennt sich in Hawaii schon aus. Den bisher drei Starts wird in diesem Jahr ein vierter folgen. Die Qualifikation schaffte die Leonbergerin, deren Mann in Wilhelmshaven die Olympische Distanz bestritt, in Tours (Frankreich). Und weil sich 20 bis 25 wöchentliche Trainingsstunden ja lohnen müssen, schiebt Altenbeck-Zorn in diesem Monat noch einen 70.3-Ironman in Leipzig nach, um sich dort für die WM in Chattanooga zu qualifizieren. Und nur der Vollständigkeit halber: Am 12./13. September startet Altenbeck-Zorn auch noch bei den 2026-Ironman-Titelkämpfen der Klasse 70.3 in Nizza.

Angesichts dieses Pensums verwundert es nicht, dass die Leonbergerin fast schon entspannt wirkend die Ziellinie überquerte und ohne große Erholungszeit in den Interview-Modus wechselte. Quintessenz: „Richtig cooles Rennen, mega Stimmung, Schwimmen ganz easy, Laufen ganz angenehm.“ Und schon einmal von den Organisatoren zu den Akten genommen: „Ich kann mir gut vorstellen, noch einmal wiederzukommen.“

Unabhängig davon war Organisationsleiter Julian Josephs sehr zufrieden mit der 19. Auflage. „Bis auf Kleinigkeiten sind alle Teilnehmenden gesund ins Ziel gekommen. Ansonsten hat das Wetter mitgespielt und die Leute hatten Spaß.“

Gelungene Verlegung der Volksdistanz

Zum Kurzfazit „Alles tiptop“ trug insbesondere die Verlegung der Volksdistanz auf den Samstag bei, die auch 2027 Bestand haben soll. Josephs: „Die Starter bringen viele Begleiter mit. Deshalb ist dann richtig viel los. Und die Pumpwerk-Gastronomie, so wurde mir gesagt, hat an einem Tag mehr Umsatz gemacht als im Vorjahr an beiden Tagen.“ Weiterer Vorteil, so Josephs: Am Sonntag wurde so Platz für 300 zusätzliche Starter geschaffen.

Die Mixedstaffel des TSR Olympia landete am Samstag sowohl bei der Ermittlung der Startreihenfolge als auch beim Jagdrennen über die Volksdistanz (500 m Schwimmen, 20 km Rad, 5 km Lauf) auf Platz 16. Gewertet wurden bei der Entscheidung die TSR-Starter Hauke Theiler (1:17:01), Martin Möde (1:19:04), Melanie Otte (1:39:07) und Sandra Junge (1:52:01).

Im Nachwuchsbereich blieben nur zwei Siege in Wilhelmshaven. Jelka Müller (TSR Olympia) gewann bei den Schülerinnen C, Emma Josephs (ebenfalls TSR), Tochter des Organisationsleiters, bei den Schülerinnen D.