SPORTPOLITIK – Vereins-Delegierte bestätigten den Vorsitzenden des Stadtsportbundes einstimmig im Amt
Berichte: Martin Münzberger – Wilhelmshavener Zeitung –
Ein echter Wettbewerb um die kürzeste schriftliche Grundlage einer Rede entbrannte beim Stadtsporttag des Stadtsportbundes Wilhelmshaven im Gorch-Fock-Haus. Einmütigkeit herrschte dagegen unter den 45 Delegierten der jadestädtischen Vereine, die den SSB-Vorsitzenden Klaus-Dieter Schulz für seine finale Amtsperiode einstimmig im Amt bestätigten.
Auch sonst herrschte im Saal große Einmütigkeit. Neben Schulz wurden auch alle übrigen Vorstandsmitglieder bestätigt, alle Satzungsänderungen – unter anderem zur neuen, kleineren Zusammensetzung des Vorstands – sowie der Haushalt für 2026 durchgewunken.
Keine Gelbe Karte für Armin Schönfelder
Kurzzeitig in Führung in Sachen schriftlicher Vorbereitung ging am Rednerpult Armin Schönfelder. Der Erste Stadtrat hatte kurzfristig in Vertretung des Oberbürgermeisters auf dem Rückweg vom Kurzurlaub auf Terschelling auf sieben Seiten handschriftliche Zeilen entworfen – und damit deutlich weniger als die 16 Seiten, die Schulz in der Stadtsporttags-Broschüre als Vorabbericht abgeliefert hatte.
Inhaltlich hoffte Schönfelder angesichts vieler offener Baustellen (Sportentwicklungskonzept, personelle Unterbesetzung im Fachbereich Sport, Zustand Sportstätten) von den Vereinen nicht die gelbe Karte gezeigt zu bekommen. Die Dauer-Krux, so Schönfelder: „Für diese Mammutaufgaben braucht es Geld und Ressourcen. Beides haben wir nicht im Übermaß.“
Sein Lob für den Stadtsportbund („Wir können stolz auf so einen aktiven Vorstand sein“) nutzte Sportausschuss-Vorsitzender Frank-Uwe Walpurgis, um angesichts seines minimalistischen DIN A-5-Notiz-Zettels auf der „Shortlist“ bis zum Auftritt von Uwe Heinemann in Führung zu gehen.
Der „Vize“, seinerzeit vom früheren Vorsitzenden Horst Heitmann beim Besuch eines Jugendfußballspiels angeworben, verabschiedete sich nach 21 Jahren – in freier Rede – von den Delegierten und verwies angesichts von rund 7700 Tagen im Vorstand, vielen Sitzungen, Qualifix-Seminaren und Begegnungen – ganz neudeutsch und sportnah – auf „ausreichende Bewegungsräume“. Für seinen ehrenamtlichen Einsatz verlieh Schulz seinem langjährigen Mitstreiter die Goldene Ehrennadel des Landessportbundes. Anschließend wechselte Heinemann vom Podium in den Saal und machte seinem Nachfolger – und CDU-Parteikollegen – Sven Schoolmann Platz.
Wie immer nutzte der SSB-Vorsitzende den Stadtsporttag, um auf die inhaltliche Arbeit in den zurückliegenden zwei Jahren einzugehen. Eingeleitet von einer Drohung nach vier zügig abgearbeiteten Tagesordnungspunkten („Ich verspreche: So schnell wird es nicht weitergehen“), verwies Schulz unter anderem auf den Austritt aus der Sportregion zum Januar 2o23. „Ich sage das ohne Schadenfreude: Auch in mehreren anderen Regionen hat es gekracht. Dieses System hat sich nicht bewährt.“
In diesem Zusammenhang bekräftigte Schulz die Forderung des SSB Wilhelmshaven nach einer halben Sportreferenten-Stelle im kommenden Jahr. „Diesen Anspruch haben wir in Hannover formuliert. Und an dieser Forderung lasse ich mich messen.“ Auch die Stundenzahl der BeSS-Servicestelle (Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote für Schulen und Kita), die Mathieu Herrnberger besetzt, soll nach dem Willen des SSB aufgestockt werden. Ein „Schuss in den Ofen“ war, so Schulz, der Versuch, rund um das Inklusionssportfest einen Familientag im Sportpark zu installieren.
Damit anderes erhalten bleibt, gab es zudem noch „Werbeblöcke“ zur Trikotoffensive, der SchauSport-Show (29. November), dem Sporttag für Kids (22. November) und dem Feuerwerk der Turnkunst On Stage (13. März 2026) sowie die Ankündigung einer erstmals nach langer Pause wieder stattfindenden Jugendfreizeit im Oktober 2026.
Klaus-Dieter Schulz bleibt weitere zwei Jahre Vorsitzender des Stadtsportbundes Wilhelmshaven. Der 71-Jährige – seit 2016 an der SSB-Spitze – geht allerdings in seine letzte Amtszeit. Die Nachfolge ab 2027 ist aber geregelt.
Verabschiedet wurde nach 21 Jahren im Vorstand Uwe Heinemann, Stellvertretender Vorsitzender Sportstätten und Umwelt. Nachfolger ist Sven Schoolmann (Concordia Wilhelmshaven).
Die weiteren Stellvertreter wurden bestätigt: Gerald Legrand (Finanzen), Heinz Block (Sport und Organisation). Vorsitzender der Sportjugend bleibt Andreas Janßen.
Referenten bleiben Birgit Otten (Sportabzeichen) und Matthias Bulla (Öffentlichkeit), der als Nachfolger von Corinna Schindler auch für Inklusion zuständig ist.
Mit auf dem Podium saßen beim Stadtsporttag noch Mathieu Herrnberger (BeSS), Oliver Krischek (Sportarzt) sowie Andrea Anders und Hartmuth Sager (Geschäftsstelle).


