14. Juni 2016

Sportpolitische Leitlinien

1. Vorwort

„Eine Stadt hat nur eine Zukunft, wenn sich ihre Bewohner mit ihr identifizieren, sich in ihr wohl fühlen, sich für sie engagieren“.

Der Sport hat in Wilhelmshaven traditionell einen hohen Stellenwert: etwa jeder vierte Einwohner der Stadt ist Mitglied in einem Sportverein, mehr als 60 000 WilhelmshavenerInnen haben seit 1949 das Sportabzeichen erworben.

Die Stadt Wilhelmshaven hat sich in der Vergangenheit immer als Sportstadt gesehen. Dies wird unterstrichen durch einen hohen Organisationsgrad des Sports in unserer Stadt und viele, über Jahre erfolgreiche sportliche Veranstaltungen, teilweise mit überregionalem und internationalem Charakter. Auf dem Fundament des Breitensports erreichen einzelne Sportarten Spitzenleistungen.

In Wilhelmshaven gibt es ein vergleichsweise großzügiges Angebot an Sportanlagen jeder Art und die traditionell gute Zusammenarbeit zwischen der kommunalen Politik, der Sportverwaltung, dem Stadtsportbund und den Sportvereinen. Auch in den vergangenen Jahren knapper Haushaltsmittel hat diese Partnerschaft gehalten. Aus ihr erwuchsen besonders innovative Lösungen, z. B. bei der Zusammenlegung von Sportanlagen bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung.

Mit den „Sportpolitischen Leitlinien“ will Wilhelmshaven seinem Ruf als Sportstadt auch zukünftig weiter gerecht werden. Allen Sportlerinnen und Sportlern sollen optimale Bedingungen für ihren Sport geboten werden. Breiten- und Spitzensport sollen nebeneinander Bestand haben. Damit wird ein entscheidender Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität in unserer Stadt geleistet.

Die Leitlinien beschreiben, ausgehend vom heutigen Ist-Zustand, die Ziele und wünschenswerten Entwicklungen für den Sport in Wilhelmshaven bis 2020. Sie sind eine gemeinsame Vereinbarung der wesentlichen Akteure – Stadt, Sportvereine -. Als Handlungsrahmen dienen sie der Orientierung und als Grundlage für konkrete Maßnahmen. Sie sollen eine mittel- bis langfristige Planungssicherheit gewährleisten.

Eine besondere Herausforderung gerade für den Sport stellen die demografischen Veränderungen der Stadtbevölkerung dar. Es gilt diese anzunehmen und in praktisches Handeln für mehr Sportqualität umzusetzen.

Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Gelder ist es wichtig, die notwendigen Handlungsschwerpunkte und Maßnahmen für die kommunale Sportförderung zu definieren. So wird es möglich, den Sport von anderen Handlungsfeldern abzugrenzen und das erforderliche Budget auch weiterhin sicherzustellen.

Sportpolitik und Sportverwaltung, der Stadtsportbund und die Verantwortlichen in den Vereinen stellen sich gemeinsam diesen zukünftigen Herausforderungen, immer in dem Bemühen, den sportlich interessierten Menschen in unserer Stadt ein Optimum an Möglichkeiten bieten zu können.

 

2. Rahmenbedingungen

2.1 Sportvereine – Struktur und Entwicklung

Wilhelmshaven hatte bei Kriegsende keine intakten Turn- und Sporthallen, keine Sportplätze, keine Sportgeräte. 1946 befanden sich 6 Sportvereine und 321 Sportler unter dem Dach des damaligen Kreissportbundes, der am 22.01.1946 aus der Taufe gehoben wurde. Trotz schwierigster Rahmenbedingungen nahm der organisierte Vereinssport eine rasante Entwicklung: 1956 mit 5 500 Mitgliedern in 27 Vereinen bis hin zu1976 mit 23 000 Mitgliedern in 49 Vereinen.

Sieht man auf diese Entwicklung, begreift man, vor welcher Aufgabe die Verantwortlichen des Kreis- bzw. Stadtsportbundes und die Sportpolitiker der Stadt standen, in möglichst kurzer Zeit ein vielfältiges Angebot an Sportstätten, Sporthallen, sowie Schwimmsportanlagen für die Bevölkerung zu realisieren.

Diese Leistung aller Verantwortlichen ist an dieser Stelle zu würdigen.

Viele Vereine agieren heute in einer angespannten finanziellen Lage, einzelne Sparten können im Grunde nicht mehr in einem sinnvollen und finanziell vertretbaren Rahmen unterhalten und angeboten werden. Wesentliche Kostentreiber sind Unterhalts- und Instandhaltungskosten vereinseigener Anlagen, sowie Sportgeräte und weitere Betriebskosten (Spielbetrieb). Viele vereinseigene Liegenschaften bedürfen kurz- und mittelfristig einer Sanierung. Es fehlt an Sportlern, um genügend Mannschaften durchgängig in allen Altersklassen zu stellen. Betrachtet man nur die Jahre 1997 bis 2009, so reduzierte sich die Einwohnerzahl von ca. 89 000 auf 81 829, die Zahl der Geburten verringerte sich im selben Zeitraum von etwa 840 auf knapp 600. Demgegenüber ist die Zahl der Sportvereine im Stadtsportbund Wilhelmshaven und seinen Fachverbänden mit aktuell 81 seit 1997 nahezu konstant geblieben. Die Anzahl der Sportstätten entspricht mit kleineren Veränderungen grundsätzlich in etwa dem Stand Mitte der achtziger Jahre.

Statistik 2006 bis 2008 (Stichtag jeweils der 31.12. des Vorjahres)

Jahr Bevölkerungszahl im Sport organisiert Geburten
2006 83.552 22.942 (27,5%) 605
2007 82.797 22.619 (27,3%) 586
2008 82.192 21.914 (26,7%) 577

Die Zahl der Wilhelmshavener Einwohner wird auch in den kommenden Jahren kontinuierlich abnehmen. Die prognostizierte Einwohnerzahl für das Jahr 2016 liegt derzeit bei 78 400. Grund dafür ist die wirtschaftlich begründete Abwanderung von jungen Menschen im Familiengründungsalter. Das schon seit vielen Jahren feststellbare Geburtendefizit führt zu einer tendenziellen Überalterung der Bevölkerung. Die Jungen werden weniger, die Älteren immer mehr.

Der Anpassungsbedarf an den demografischen Wandel gilt auch für die Sportinfrastruktur wie z.B. Sportplätze. Die kommunale Sportförderung als primäre Vereinsförderung muss sich stärker der Stabilisierung zukunftsfähiger Vereinsstrukturen zuwenden.

Zusammengefasst lassen sich die schon seit Jahren abzeichnenden Entwicklungstrends wie folgt darstellen:

Mitgliederrückgänge in den Sportorganisationen,

zunehmender Wettbewerb zwischen den Sportvereinen,

Bedeutungszunahme individualisierter Sportaktivitäten, z.B. Gesundheits-, Senioren- und Trendsport,

Rückgang im Bereich des Kinder- und Jugendsports in Sportvereinen,

neue Herausforderungen durch Ganztagsschulangebote,

Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen.

 

2.2 Kommune und Sport

Um den Stellenwert und die Bedeutung des Sports zu unterstreichen, hat der Rat der Stadt Wilhelmshaven zur Vorbereitung der Ratsentscheidungen in den Angelegenheiten des Sports einen eigenständigen Sportausschuss eingesetzt.

Zu den neun Ratsmitgliedern werden als beratende Mitglieder ein Vertreter des Stadtsportbundes sowie ein Vertreter des Jugendparlaments berufen.

Schon in den frühen 80er Jahren wurde in der Stadtverwaltung Wilhelmshaven eine eigenständige Sportverwaltung eingerichtet. Die Sportverwaltung / Abteilung Sport versteht sich als Dienstleister für den Bürger / die Vereine. Im Vordergrund steht, dass der Bürger / Verein

 einen zentralen Ansprechpartner

 einen Mittler, auch gegenüber anderen Ämtern der Stadt,

 eine Beratungsstelle

in allen Angelegenheiten / Fragen des Sports in der Stadtverwaltung Wilhelmshaven hat.

Dies wird u. a. in den Aufgabenfeldern deutlich:

Das Sportbüro bewirtschaftet die Sportfördermittel der Stadt (Zuschüsse an Vereine und Fachverbände, Betriebsmittel für zentrale Sportaußenanlagen usw.)

Das Sportbüro sorgt für den Betrieb, Verwaltung, Pflege und Unterhaltung der zentralen Sportaußenanlagen (Sportanlage Freiligrathstraße und Jade-Stadion).

Das Sportbüro steuert die Vergabe der Trainings- und Wettkampfzeiten in den städtischen Sportanlagen (Die Vergabe der Trainingszeiten erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund bzw. den Fachverbänden).

Das Sportbüro berät die Gemeindeorgane in allen sportfachlichen und sporttechnischen Fragen und berät Vereine und Verbände, insbesondere bei Zuschussanträgen aller Art sowie bei Organisationsfragen und Fragen, die sich aus den durch den Rat der Stadt vorgegebenen Richtlinien, wie z. B. Sportförderprogramm und Sportstättenprogramm, für den jeweiligen Verein bzw. Verband ergeben.

Das Sportbüro fördert in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund und seinen Fachverbänden die Ausrichtung überregionaler, insbesondere nationaler und internationaler Sportbegegnungen in Wilhelmshaven und unterstützt Planung, Organisation und Durchführung dieser Veranstaltungen (Länderspiele, Vergleichswettkämpfe u. ä.) in Wilhelmshaven.

Das Sportbüro plant, koordiniert und organisiert Sportsonderprogramme (z.B. Feriensportkurse der Vereine für Kinder und Jugendliche), einzelne Großveranstaltungen (z.B. Maritimes Fun Sport Festival, Länderspiel o. ä.) und repräsentative Aufgaben der Stadt auf dem Gebiet des Sports (z.B. Betreuung ausländischer Sportdelegationen).

 

2.2.1 Sportanlagen

Der heutige Bestand an Sportanlagen umfasst eine Vielzahl von kommunalen, sonstigen öffentlichen und privaten Sportanlagen. Eine detaillierte Aufstellung enthält Anlage 1.

Viele Sportvereine haben ihren Bedürfnissen entsprechend eigene Sportanlagen errichtet.

Angesichts knapper Kassen und der in Wilhelmshaven konsequent praktizierten Politik der Haushaltskonsolidierung ist es keineswegs selbstverständlich, dieses Sportstättenangebot in Gegenwart und Zukunft zu halten. Äußere Zwänge schaffen andererseits auch gute Bedingungen für innovative Lösungen.

Als Beispiel sei nachfolgend die Zusammenlegung verschiedener Sportanlagen bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung (Jade-Stadion Wilhelmshaven) genannt. Aus drei problembehafteten Sportanlagen (Stadion Friedenstraße, Leichtathletikanlage Sportforum / Jade-Stadion und Marinesportanlage / Sportanlage Freiligrathstraße) wurden im Rahmen einer Verbundlösung unter Einbeziehung von drei städt. Sportanlagen ohne zusätzliche Haushaltsmittel der Stadt zwei moderne Sportanlagen.

Als Sportanlagen im öffentlichen Raum sind der Trimmpfad und diverse Multifunktionsflächen zu nennen.

 

Die Sportanlagen im kommerziellen Bereich werden in diesen Leitlinien nicht explizit betrachtet.

 
 
2.2.2 Sportförderung

Die Stadt Wilhelmshaven stellt pro Jahr Sportanlagen zur Nutzung durch die Sportvereine unentgeltlich zur Verfügung. Die dafür anteilig erforderlichen Unterhaltungskosten als indirekte Sportförderung sind im Folgenden zusammengefasst:

Sportaußenanlagen, fianzieller Gegenwert rd. 400.000,00 €
Turn- und Sporthallen, finanzieller Gegenwert rd. 600.000,00 €
Gesamt rd. 1.000.000,00 €

 

Darüber hinaus fließen aus dem Haushalt der Stadt Wilhelmshaven z.Z. jedes Jahr mehr als 250.000 € als direkte Sportförderung in die Vereine.

Mit dem vom Rat der Stadt Wilhelmshaven am 05.02.1979 unter Mitwirkung des Stadtsportbundes beschlossenen Sportförderprogramms der Stadt Wilhelmshaven in dem u. a. die Richtlinien für die Bezuschussung der vereinseigenen Baumaßnahmen – Neubau und Grundinstandsetzungen- und die Bezuschussung der Unterhaltungskosten der vereinseigenen Anlagen festgelegt wurden, konnten bis heute 42 vereinseigene Anlagen geschaffen werden.

 

2.3 Schule und Sport

Bei der Betrachtung von Schul- und Vereinssport ist die vorgegebene klare Aufgabenabgrenzung zu beachten. Die Veränderungen im Schulsystem haben Auswirkungen auf den Sport. Durch die erhöhte Arbeitsbelastung der Gymnasiasten mit Einführung des Abiturs nach 12 Jahren steht diesen Jugendlichen weniger freie Zeit für Sport zur Verfügung. Die beginnende flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen greift in den frühen Nachmittagsbereich und damit in die frühen Trainingsstunden ein. Das bedeutet, dass es notwendige Veränderungen im Sportangebot geben muss. Im Rahmen von Kooperationen zwischen Schule und Sportvereinen könnte hier eine Möglichkeit entstehen, die sowohl den Kindern als auch den Sportvereinen und der Schule positive Impulse gibt.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Schulen, den Vereinen und dem Stadtsportbund als Dachorganisation, spiegelt sich u.a. in den exemplarisch dargestellten Sportveranstaltungen wider, die regelmäßig durch Schule und/oder Verein durchgeführt werden:

 Sportabzeichentage für Schulen,

 Fußball- und Handballturniere im Primarbereich, im Bereich der 5. / 6. Klassen sowie in der Sekundarstufe I,

 Leichtathletikmehrkampf für SchülerInnen aus dem Primarbereich und den 5. / 6. Klassen,

 Drachenbootrennen der Wilhelmshavener Schulen.

Weiterhin gibt es in Wilhelmshaven von Land und LSB finanziell geförderte Kooperationsmaßnahmen zwischen Schulen und Vereinen (z.B. Rudern und Tanzen).
2.4 Jugend und Sport

Der Sport engagiert sich in Wilhelmshaven sehr stark in der Jugendarbeit, insbesondere bei der Gewaltprävention. Er ist integraler Bestandteil der Stadtkultur, des gesellschaftlichen Lebens in Wilhelmshaven.

Die positiven Effekte von Bewegung, Spiel und Sport für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind unumstritten. Die besondere Bedeutung für die Gesundheitsförderung und -prävention sowie eine hohe Integrationskraft zeichnen den Sport aus.

Die Sportvereine und -verbände nehmen in diesem Bereich eine herausragende Rolle wahr.

Ziel des Programms „Jugend und Sport“ ist es, nachhaltig

 Kinder/ Jugendliche für den Sport zu gewinnen,

 Vereine in ihrem sozialen Engagement zu unterstützen,

 sozialbedürftige Kinder und Jugendliche in Vereine zu integrieren.

Die Stadt unterstützt seit 2002 bzw. 2007 dieses Programm durch die Bereitstellung von HH-Mitteln.

Gemeinsam mit der Sportjugend, den Fachverbänden, den Vereinen und den an der Jugendhilfeplanung beteiligten Organisationen wird versucht, durch Sportangebote außerhalb der normalen Trainingszeiten Kinder und Jugendliche an den Sport heranzuführen – z.B. Sommerferienprogrammangebot und Fußballnächte.

2.5 Gesundheit und Sport

Sport fördert die Gesundheit. Private Anbieter und Sportvereine in Wilhelmshaven bieten bereits heute eine Vielzahl von Angeboten für Menschen mit eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit.

 

  

3. Kommunale Sportpolitik in Wilhelmshaven  

 

 
 „Der Sport propagiert wichtige Werte wie Teamgeist, Solidarität, Toleranz und Fairplay und trägt zur Persönlichkeitsentwicklung- und Entfaltung bei. Er fördert die aktive Beteiligung der Bürger in der Gesellschaft und damit die aktive Bürgerschaft.“
 
 

 

In unserer Stadt leistet der Sport einen wesentlichen und nicht austauschbaren Beitrag. Sportvereine bieten den Menschen vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, zwischenmenschliche Kontakte und Gesundheitsförderung. Sie sind fester Bestandteil der städtischen Kultur. Der Sport unterstützt die soziale Integrationskraft, fördert das „Wir-Gefühl“ und zeigt Wege aus der Isolation auf.

 

 

In der Sportstadt Wilhelmshaven treiben die Menschen ihren Erwartungen und Interessen entsprechend Sport in vertretbarer wohnnaher Entfernung, zu sozialverträglichen Bedingungen, in attraktiven und funktionsgerechten Sportanlagen.
Es gibt in Wilhelmshaven für die Menschen jeden Alters ein modernes und nachfrageorientiertes, vielfältiges Sportangebot, das möglichst alle Bereiche des Sports umfasst.
Die demografische Entwicklung verstärkt die Qualitätsansprüche an Sportanlagen. Generationsübergreifend werden hochwertige Anlagen mit multifunktionalen Nutzungsmöglichkeiten gesucht.

Für die Unabhängigkeit von sozialen, individuellen oder anderen Zielen stehen folgende übergeordnete Leitlinien:

 Nachhaltigkeit als Zukunftsaufgabe für kommende Generationen;

 Humanität, Toleranz und soziales Engagement;

 Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit im Umgang mit privaten und öffentlichen Mitteln.

 

 

3.1 Ziele

 

1. Förderung des Vereinssports
Die Stadt Wilhelmshaven wird auch in Zukunft die erforderlichen öffentlichen Sportstätten vorhalten bzw. die Errichtung oder Sanierung sportvereinseigener Anlagen fördern. Dabei sind verstärkt räumliche und qualitative Schwerpunkte zu bilden.

  2. Leistungsfähige Vereinsstrukturen

Die Kooperation Schule/Verein als besondere Chance für beide Beteiligte wird verstärkt gefördert.

     5. Integration und Inklusion

Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und die Inklusion Behinderter bzw. in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkter Menschen in die Sportvereine ist ein wesentliches Ziel.

  6. Ehrenamt

 3.2 Handlungsfelder

 3.2.1 SportförderungDas zur Verfügung stehende Budget im Rahmen der freiwilligen Leistungen bewegt sich zurzeit im Rahmen der finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt. Um die zur Verfügung stehenden Mittel zielgerichtet einzusetzen, wird die Förderung zukünftig abgeleitet aus den Schwerpunkten, die in den sportpolitischen Zielen beschrieben sind. Zur besseren Transparenz wird hierzu das Vereinsranking (Anlage 2) eingeführt, in dem diese Schwerpunkte mit ihrer Wertigkeit aufgeführt sind.

 

 
3.2.2 Sportorganisation

 Alle Akteure des Sports (Sportler , Politik, Verwaltung,) handeln gemeinsam und ressort- bzw. sportartenübergreifend. Sie treffen verbindliche Vereinbarungen in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit.

Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Stadtsportbund als zentralem Ansprechpartner für den organisierten Sport hat sich in der Vergangenheit bewährt. Die Vertretung des Stadtsportbundes im Sportausschuss soll verstärkt werden. Mittel- oder langfristige Veränderungen in der Sportorganisation oder der Kreis- und Gemeindestrukturen werden einen entsprechenden Einfluss haben. Ihre Auswirkungen müssen zu gegebener Zeit bewertet werden.

 

 In diesem Absatz werden die Sportarten betrachtet, die sich zur Durchführung des Sports im wesentlichen auf eigene oder gepachtete bzw. städtische Sportanlagen abstützen.

Die zukünftigen Maßnahmen und die Entwicklung im Bereich der Sportstätten werden maßgeblich bestimmt durch die Auswirkungen bzw. Folgen des demografischen Wandels und die Notwendigkeiten aus dem Sanierungsstau der großen Zahl der vorhandenen älteren Sportanlagen in Wilhelmshaven. Dabei ist die finanzielle Leistungsfähigkeit der betroffenen Vereine und das Ergebnis des Vereinsrankings mit zu berücksichtigen.
Standorte Fußball

Grundsätzlich werden sich aufgrund der demographischen Entwicklung neben der im Osten befindlichen städtischen Anlage Freiligrathstraße mittelfristig jeweils ein Standort im Süden und Westen, sowie zwei bis drei Anlagen im Stadtnorden tragen.

Durch die Aufgabe von Sportanlagen wird eine signifikante Reduzierung bzw. Ersparnis der Zuschüsse der Stadt erwartet. Der ersparte Betrag ist im Bereich der freiwilligen Leistungen des Sports zielgerichtet zu verwenden, ohne anteilmäßige Senkung des Gesamtzuschusses.

In der Anlage 3 und 4 werden mögliche Entwicklungen beispielhaft dargestellt.

Banter See

Der Banter See als einziger Wilhelmshavener Binnensee bietet Wassersportlern ausgezeichnete Möglichkeiten. Er ist im Rahmen der Gesamtplanung als wassersportlicher Schwerpunkt für eine uneingeschränkte Nutzung weiterzuentwickeln. Dabei ist die Größe und Lage zukünftiger Wassersportstandorte in Zusammenarbeit mit den Vereinen zu definieren.

Tennis, Reiten, Schießen und Wassersport

 

Diese Sportarten benötigen größere Liegenschaften, teilweise bestehen bereits jetzt Überkapazitäten. In Zusammenarbeit mit den betroffenen Vereinen sollen mittelfristig Lösungswege erarbeitet werden, die eine nachhaltige und wirtschaftliche Möglichkeit zur Ausübung dieser Sparten sicherstellen.

 

3.2.3 Sportanlagen

Das Ehrenamt ist für den Sport unverzichtbar. Die freiwilligen Leistungen der Menschen werden durch Aufwandsentschädigungen sowie eine weiter zu entwickelnde Kultur der gegenseitigen Wertschätzung unter öffentlicher Anerkennung regelmäßig und angemessen gewürdigt.

  7. Soziale Verantwortung

Die Einwohner Wilhelmshavens sollen Sport treiben können, unabhängig vom Einkommen. Ziel muss es sein, den heutigen relativ hohen Organisationsgrad von Kindern und Jugendlichen in Vereinen zu erhalten und auszubauen.

  8. Breiten- und Spitzensport

Die Stadt fördert neben dem Breitensport im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Spitzensport.

  9. Demografischer Wandel

Die Stadt Wilhelmshaven wird die Folgen des demografischen Wandels in ihrer Sportpolitik als Chance nutzen, durch die Konzentration von Sportanlagen qualitative Verbesserungen zu erreichen und den Mitteleinsatz zu optimieren.

10. Sport und Stadtmarketing

Die Stadt Wilhelmshaven unterstützt im Rahmen des Stadtmarketings überregionale und herausragende Sportveranstaltungen.

 

Die Stadt Wilhelmshaven unterstützt die Bemühungen Wilhelmshavener Sportvereine zur Zusammenarbeit, insbesondere wenn sich dabei leistungsfähige Vereinsstrukturen auf optimierten Sportanlagen ergeben.

  3. Sport und Jugendarbeit

Ein besonderer Schwerpunkt der Sportpolitik ist die Jugendarbeit, zur Gewinnung zukünftiger Sportvereinsmitglieder ebenso wie als soziale Integrations- und Präventionsaufgabe.

  4. Schule und Sport

 

Sporthallen
Die städtischen Sporthallen werden in diesen Leitlinien nicht weiter behandelt, da der Bedarf grundsätzlich über den Schulsport definiert wird. Bei vorgesehenen Neubauten im Rahmen der Schulentwicklung Wilhelmshavens ist die breitensportliche Nutzung der Sporthallen zu beachten. Die regelmäßige Nutzung der vorhandenen Sporthallen wird auch zukünftig zusammen mit dem Stadtsportbund Wilhelmshaven und den Vereinen optimiert.

4. Schlussbemerkung

Die Sportpolitischen Leitlinien wurden vom Rat der Stadt Wilhelmshaven am xx.xx.2010 beschlossen. Ausgehend von den Leitlinien wird die Sportverwaltung beauftragt, eine neue Richtlinie zur Förderung des Sports in Wilhelmshaven zu erarbeiten und dem Sportausschuss zur Billigung vorzulegen. Die Förderrichtlinien werden frühestens ein Jahr nach ihrer Billigung in Kraft gesetzt. Das Vereinsranking wird Bestandteil der neuen Richtlinien. Es dient als Entscheidungshilfe u.a. auch in dem gemeinsamen Bemühen von Rat, Verwaltung und Vereinen, eine Standortoptimierung herbeizuführen. Der Sportausschuss wird nach Ablauf von fünf Jahren die Ziele und Handlungsfelder auf ihre Realisierbarkeit und Aktualität überprüfen und ggf. dem Rat der Stadt Änderungen vorschlagen.